Marina Mertens

Anthropoetik und Anthropoiesis

Zur Eigenleistung von Darstellungsformen anthropologischen Wissens bei Friedrich Schiller

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Marina Mertens begegnet mit ihrer Studie einem Desiderat in einem an sich gut bestellten Forschungsfeld zur literarischen Anthropologie Friedrich Schillers, indem sie nicht – wie bereits ausführlich geschehen – auf ein in Literatur verarbeitetes anthropologisches Wissen abzielt, sondern auf die Relation, in der dieses Wissen zu den Formen seiner Er- und Verarbeitung steht und weitergehend danach fragt, welche Eigenleistung welcher Darstellungsform zukommt. Von der Grundannahme ausgehend, dass die Anthropologie des ganzen Menschen und das ihr zugrunde liegende duale Modell auch das strukturelle Ordnungsmuster der Texte nicht unberührt lassen kann, wird in drei umfangreichen Kapiteln gezeigt, dass Schillers Texte qua Inhalt nicht nur Träger anthropologischen Wissens sind, sondern es auch in ihrer Form spiegeln. Allein dem Textarrangement ist eine anthropologische Signatur eingeschrieben, die sich systemdynamisch zu einer alle Textsorten durchquerenden Anthropoetik fortschreibt, die wiederum auf Anthropoiesis, auf die Hervorbringung eines Menschen mit allen seinen Anlagen, abzielt. Das Grundprinzip von idealer Einheit und realer Entzweiung stellt dabei den Parameter dar, der zwar immer neue stoffliche Varianten hervortreibt, deren Basiskonstellation aber formell invariant ist und sich auf allen Ebenen in selbstähnlicher Weise wiederholt. Durch dieses fraktale Gefüge erweist sich, dass die Pointe anthropologischen Wissens weniger in dem liegt, was in Schillers Texten an eminent anthropologischen Themen um 1800 verhandelt wird, sondern in dem wie der Vertextung – sie ist in die Textstruktur eingerückt.

  • ISBN: 978-3-86525-331-6
  • 592 Seiten
  • Hardcover
  • Am 15.04.2014 erschienen
  • Deutsch
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