Editionen

Carlo Goldoni
Hrsg. von Thomas Hillmann / Friederike Helene Unger

Die Holländer; oder: Was vermag ein vernünftiges Frauenzimmer nicht!

Ein Lustspiel in drey Aufzügen

€ 14,00 nicht lieferbar
Carlo Goldoni war im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts nicht nur der mit Abstand meistgespielte italienische Dramenautor im deutschsprachigen Raum, sondern einer der meistgespielten Lustspielautoren überhaupt: Am Gothaer Hoftheater bestritten seine Komödien acht Prozent des Gesamtspielplans, am Schröderschen Theater in Hamburg waren es zwischen 1777 und 1779 sogar 23 Prozent. Wird Goldonis Name heutzutage aufgrund seines immer noch vielgespielten Dieners zweier Herren vor allem mit der Commedia dell’arte assoziiert, so ist weniger bekannt, daß die unzähligen Komödien des venezianischen Vielschreibers im 18. Jahrhundert als Vorlagen dienten, Gebrauchsdramatik im Sinne der bürgerlichen Reformpoetik zu schaffen.

Bei den Holländern handelt es sich um eine stark in den Ausgangstext eingreifende Bearbeitung von Goldonis Komödie I mercatanti [1753]. Das Stück wurde erstmals 1771 von Justus Heinrich Saal im Rahmen seiner deutschen Gesamtübersetzung der Werke Goldonis unter dem Titel Die Kaufleute ins Deutsche übertragen. Die sich philologisch getreu an den Ausgangstext haltende Übersetzung fand jedoch keinen Eingang in die Theater. Bocks Bearbeitung dagegen – die Uraufführung fand vermutlich am 12. Mai 1777 in Hamburg statt – gehört zur Erfolgsdramatik des späten 18. Jahrhunderts. Sie wurde an allen wichtigen deutschsprachigen Bühnen gespielt und hielt sich etwa am Mannheimer Nationaltheater mit zwanzig Aufführungen bis 1793, an der Wiener Burg gar mit 36 Aufführungen bis 1798.

Die Neuedition der Holländer dient dazu, das eher unbekannte Goldonibild des 18. Jahrhunderts zu vergegenwärtigen und ist geeignet, dem heutigen Leser exemplarisch vorzuführen, wie ein Erfolgsstück der damaligen Zeit aussah.

  • ISBN: 978-3-93232-416-1
  • Zum Gebrauch der deutschen Bühnen herausgegeben von Johann Christian Bock. Leipzig 1778
  • Mit einem Nachwort von Thomas Hillmann und Thorsten Unger
  • 112 Seiten
  • Broschur
  • Am 11.09.1998 erschienen
  • Deutsch
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