Tobias Philipp von Gebler
Hrsg. von Matthias Mansky

Der Minister

Ein Theatralischer Versuch in fünf Aufzügen (1771)

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Tobias Philipp von Geblers (1722?–1786) Drama Der Minister darf als interessantes Dokument der heute von der Literatur- und Theatergeschichtsschreibung oft vernachlässigten josephinischen Aufklärung angesehen werden. Es steht, ebenso wie die weiteren Werke des hohen Staatsmannes, im Kontext der gesellschaftlichen Modernisierungsbestrebungen unter Maria Theresia und Joseph II. und der nun einsetzenden Wiener Theaterdebatte (Haider-Pregler), in der die Schaubühne für pädagogische Zwecke nutzbar gemacht werden sollte. Im Stück, in dessen Zentrum ein tugendhafter und nachahmenswerter Minister gerückt wird, korrelieren die Konventionen des empfindsamen rührenden Lustspiels mit den pragmatischen Zielsetzungen der österreichischen Aufklärer. Es ist sowohl Familien- als auch Staatsdrama, da dem privaten Raum der Komödie eine staatspolitische Thematik interpoliert wird. Geblers Minister muss eine bedeutende Stellung innerhalb der Wiener Dramenproduktion im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts attestiert werden: Es spiegelt einerseits die pädagogischen Intentionen der österreichischen Aufklärer deutlich wider, andererseits stellt es einen wichtigen Beitrag zur Lessing- und Diderotrezeption in Wien dar.

»Mit Geblers Der Minister und dem Deserteur aus Kindesliebe von Stephanie dem Jüngeren gibt Matthias Mansky zwei Dramen heraus, die sehr gut in die seit 1998 im Wehrhahn Verlag publizierten ›Theatertexte‹ passen und die die Reihe gleichzeitig um einen wichtigen Aspekt erweitern: das josephinische Theater der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts […]. Während diese Reihe mit Dramen u.a. von Iffland, Kotzebue und Luise Adelgunde Viktorie Gottsched zeitgenössisch erfolgreiche Stücke wieder zugänglich macht, wird so der Blick auf das Aufklärungstheater Österreichs gelenkt, das sich durch kulturelle Differenzen und ein divergierendes Schriftstellerverständnis von der deutschen Aufklärung und dem anschließenden Sturm und Drang unterscheidet.«



»Die Reihe ›Theatertexte‹ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Theaterstücke zu publizieren, die im 18. Jahrhundert mit Erfolg aufgeführt wurden, die heute aber weder in der Theaterpraxis noch in der Forschung eine Rolle spielen, nicht zuletzt, weil der Zugriff auf diese Stücke wegen fehlender Ausgaben bisher kaum gewährleistet war. Insofern schließen sie eine Lücke und können Grundlage für weiterführende theater- und literaturwissenschaftliche Forschungen sein. Die beiden vorliegenden Bände machen durch die österreichische Perspektive in besonderer Weise deutlich, dass hier Aspekte der deutschsprachigen Theaterlandschaft präsentiert werden, die Vorstellungen des Theaters zur Zeit Schillers und Goethes komplettieren.«



Ausgestattet sind die Bände mit »instruktiven Nachworten, die die Dramen ergänzen […]. Sie geben ausführliche Informationen zu Autor, Stück und Aufführungsbedingungen, indem auf zeitgenössische Rezensionen wie auch auf die Forschung Bezug genommen wird.«



»Die Nachworte liefern Analysen der Stücke, die über das übliche Maß einer Nachbemerkung hinausgehen und […] besonders umfassend und aufschlussreich ausfallen.«



»In den Nachworten erweist sich der Herausgeber in jeder Hinsicht als Kenner der Stücke und der jeweiligen Kontexte.«



»Die beiden Bände liefern mit den im 18. Jahrhundert häufig aufgeführten und in mehrere Sprachen übersetzten Stücken aufschlussreiche Dokumente der Wiener Theaterverhältnisse um 1770. Es besteht kein Zweifel, dass die Publikation dieser Theaterstücke, die in der heutigen Literatur- und Theatergeschichte kaum noch erwähnt werden, einen Gewinn für die literatur- und theaterwissenschaftliche Forschung darstellt [...] [und] den Blick auf bisher unterbelichtete Teile der Theaterlandschaft des 18. Jahrhunderts erhellen wird.«

Anke Detken, Nestroyana, 32. Jhg. 2012, Heft 3–4
  • ISBN: 978-3-86525-188-6
  • Mit einem Nachwort von Matthias Mansky
  • 92 Seiten
  • Broschur
  • Am 17.02.2011 erschienen
  • Deutsch
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