Alexander Spiegelblatt
Übersetzer: Kay Schweigmann-Greve

Medresch Itzik und Medresch Rilke

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In diesem Essay vergleicht Alexander Spiegelblatt die höchst unterschiedliche Bedeutung, welche die literarischen Motive der hebräischen Bibel, des Tanach, bzw. des »Alten Testamentes« im christlichen Sprachgebrauch, für Rainer Maria Rilke (1875–1926)und Itzik Manger (1901–1969) haben. Beiden Autoren ist ein psychologischer und ästhetischer, nicht primär religiöser Zugang zu den biblischen Stoffen gemeinsam.

Bei Rilke nehmen die Texte mit biblischen Themen quantitativ einen relativ untergeordneten Platz im Gesamtwerk ein und erfahren keine Privilegierung gegenüber griechisch-antiken Stoffen. Sie bieten jedoch Rilkes eigenständige Interpretation der traditionellen Charaktere. Auch die freie Behandlung anderer jüdischer Stoffe, etwa aus der mittelalterlichen Geschichte der Prager Juden, und Rilkes Verhältnis zum Judentum und zu jüdischen Zeitgenossen wird mit Rückbezug auf Werk und Briefe differenziert dargestellt.

Für den großen Balladendichter und Poeten der modernen jiddischen Literatur Itzik Manger sind die Personen und Geschichten des Tanach eine zentrale Quelle der Inspiration. Oft versetzt er die biblischen Protagonisten in seine Gegenwart des Bukowiner Judentums vor der Shoa. Ästhetisch auf der Höhe der europäischen Lyrik nimmt er poetische Einflüsse aus Frankreich, Rumänien und Deutschland auf und gewinnt den Motiven zeitgenössische Bedeutung ab.

Spiegelblatt, der wohl intimste Kenner Mangers überhaupt, gibt hier einen Einblick in das Werk dieses bisher oft unzulänglich und noch immer unvollständig ins Deutsche übersetzten bedeutenden Autoren der jiddischen Literatur.

  • ISBN: 978-3-86525-296-8
  • Aus dem Jiddischen übersetzt von Kay Schweigmann-Greve
  • 80 Seiten
  • Broschur
  • Am 23.11.2012 erschienen
  • Deutsch
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