Der europaweit bekannte Schweizer Arzt Johann Georg Zimmermann (1728–1795) war nach seiner Promotion bei Albrecht von Haller in Göttingen ab 1768 königlicher Leibarzt in Hannover. Zimmermann war ein international konsultierter Arzt und ein hochgeachteter Schriftsteller, der einen weitgespannten Briefwechsel mit bekannten Aufklärern führte. Mit seinem Werk Ueber die Einsamkeit 1784/85 erreichte der philosophische Arzt den Höhepunkt seines Ruhms. Auch Zarin Katharina II. hat das Buch mit Begeisterung gelesen und drückte dem Autor ihren großen Dank aus. Das ist der Beginn von Zimmermanns regem Briefwechsel mit der vielseitig interessierten Zarin aus den Jahren 1785–1792. Katharina II. versuchte im Interesse Russlands Reformen auf verschiedenen Gebieten in engem Zusammenhang mit den Ideen der Aufklärung durchzuführen; sie förderte die Weiterentwicklung von Kunst, Kultur und Wissenschaft. Das Spektrum der Themen politischen, literarischen und philosophischen Inhalts ist äußerst vielfältig. Die Zarin, selbst literarisch tätig, verfasste 1785/86 drei satirische Komödien gegen die Umtriebe geheimer Gesellschaften. Von großem Interesse sind die Briefe von der spektakulären Reise Katharinas II. nach der Krim 1787 und während des russisch-türkischen Kriegs 1787–1792.
Im Sommer 1786 wird Zimmermann zum todkranken König von Preußen auf Schloss Sanssouci gerufen und behandelt ihn durch 33 Konsultationsunterredungen. Darüber berichtet er in seiner Abhandlung Ueber Friedrich II. und meine Unterredungen mit Ihm kurz vor seinem Tode (1788). Im Mittelpunkt seiner Erinnerungen an Friedrich II., dessen Arzt und Konversationspartner er gewesen war, stehen nicht medizinische Fragen, sondern die Wiedergabe der Gespräche, die viele Themen umkreisen.