Tomáš Hlobil

Ästhetik der objektivierenden Nüchternheit

Bernard Bolzano und Franz Xaver Niemetschek

€ 29,50 Vorbestellbar. Auslieferung ab 26.02.2026.
Leseprobe
Bernard Bolzano ist vor allem als Vorläufer der analytischen Philosophie bekannt. Doch auch die Ästhetik spielte in seinem Denken eine bedeutende Rolle. Zeugnisse seiner kontinuierlichen Auseinandersetzung mit Fragen der Schönheit und der Kunst finden sich in seinen Erbauungsreden, den Philosophischen Tagebüchern und in seinen späten ästhetischen Abhandlungen. Gemeinsam mit Franz Xaver Niemetschek – dem Autor der ältesten Mozart-Monographie sowie einem prägenden Historiker und Kritiker der böhmischen Kunst, der 1811/1812 den Ästhetikunterricht an der Prager Universität übernahm – steht Bolzano für eine nüchterne böhmische ästhetische Tradition. Diese grenzte sich bewusst vom kantischen transzendentalen Idealismus ab, indem sie ästhetische Eigenschaften weiterhin im Objekt selbst verankerte. Das Buch analysiert die zentralen Begriffe dieser Theorien – Schönheit, (bildende) Kunst, Genie und Erhabenheit – im Kontext der deutschen Ästhetik des 18. Jahrhunderts. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der frühen böhmischen Ästhetik sowie zur Rezeption wolffianischer und anthropologischer Schönheitslehren und von Kants Kritik der Urteilskraft in Böhmen und Österreich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Tomáš Hlobil, Professor am Institut für Ästhetik der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Forschungsschwerpunkte: europäische Ästhetik des 18. Jahrhunderts; Geschichte der Ästhetik in den böhmischen Ländern und in Österreich im 18. und 19. Jahrhundert; Theorie und Geschichte der Historiographie der Ästhetik.

Tomáš Hlobil

Tomáš Hlobil, Prof. Dr., geb. 1965, Professor am Lehrstuhl für Ästhetik der Karls-Universität in Prag. Publikationen u.a.: »Jazyk, poezie a teorie nápodoby. Příspěvek k dějinám britské a německé estetiky 18. století« (2001) (Sprache, Poesie und Nachahmungstheorie. Ein Beitrag zur Geschichte der britischen und deutschen Ästhetik des 18. Jahrhunderts). »František Palacký: An Historical Survey of the Science of Beauty and the Literature on the Subject« (2002) (Hg.). »Geschmacksbildung im Nationalinteresse. Die Anfänge der Prager Universitätsästhetik im mitteleuropäischen Kulturraum 1763 – 1805« (2012). Forschungsschwerpunkte: Europäische Ästhetik des 18. Jahrhunderts, Geschichte der Ästhetik in böhmischen Ländern und in Österreich im 18. und 19. Jahrhundert, Theorie und Geschichte der Historiographie der Ästhetik, Antikerezeption seit dem 17. Jahrhundert.

  • ISBN: 978-3-98859-163-0
  • Aus dem Tschechischen übersetzt von Tomáš Hlobil und Jürgen Ostmeyer
  • Bochumer Quellen und Forschungen zum 18. Jahrhundert, Band 13
  • 2 Abb.
  • 288 Seiten
  • Hardcover
  • Erscheint am 26.02.2026
  • Deutsch
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