Ernst Böhme

Bürgerliche Repräsentation und »koloniale Idylle«

Die Familie Lehmann zwischen Göttingen und Qingdao

€ 22,00 Vorbestellbar. Auslieferung ab 30.07.2026.
Leseprobe
Für die vorliegende Publikation hat der Historiker Ernst Böhme Briefe, Postkarten und Fotos aus dem Nachlass der Göttinger Familie Lehmann ausgewertet. Ernst Lehmann, ein Offizier und prominenter Vertreter des wilhelminischen Bürgertums, wird mit seinem am Vorbild des Adels orientierten Repräsentationsanspruch und seinen (kolonial-)politischen Interessen vorgestellt. Durch die Auswertung seines Gästebuchs konnten neue Erkenntnisse über die bürgerlichen Lebensformen der Zeit um 1900 gewonnen werden. Sein Sohn Ewald Lehmann arbeitete von 1904 bis 1914 als Richter in der deutschen Kolonie Qingdao in China. Die Briefe und zahlreichen Fotos, die das Ehepaar Ewald und Erna Lehmann von dort nach Göttingen schickte, geben einen bisher unbekannten Einblick in das Leben der kolonialen Oberschicht. Gewissermaßen in Echtzeit werden die Protagonisten bei ihren gesellschaftlichen, sportlichen und touristischen Aktivitäten vorgestellt. Diese »koloniale Idylle« war ein gezielt geschaffenes Bild, unter dem die von Ausbeutung und Unterdrückung geprägte Realität des Kolonialismus verborgen blieb. Erstmals wird damit der Kolonialismus, der auch Göttingen und Südniedersachsen prägte, in einer regionalgeschichtlichen Studie vorgestellt. Die aus den Originalquellen erarbeitete, für ein vielfältiges Publikum geschriebene und reich bebilderte, wissenschaftliche Darstellung eröffnet neue Einsichten in die Göttinger Stadtgeschichte, die bürgerliche Sozialgeschichte und die deutsche Kolonialgeschichte.

  • ISBN: 978-3-98859-189-0
  • Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Band 145
  • 76 teils farb. Abb.
  • 180 Seiten
  • Hardcover
  • Erscheint am 30.07.2026
  • Deutsch
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