Der zweisprachige Sammelband »Politische Verantwortung in der Dauerkrise: Ein japanisch-deutscher Dialog« bringt Perspektiven aus Japan und Deutschland miteinander ins Gespräch. Ausgehend von den Erfahrungen der Corona-Pandemie untersuchen die Beiträge, wie Verantwortung politisch zugewiesen, öffentlich verhandelt und im Alltag übernommen wird. Dabei reicht der Blick von Max Webers Verantwortungs- und Gesinnungsethik über die Rolle von Experten im politischen Entscheidungsprozess bis zur gesellschaftlichen Selbstregulierung und nachbarschaftlichen Wachsamkeit.
Im Zentrum steht ein demokratisches Spannungsverhältnis: Die klare Zuordnung von Verantwortung ermöglicht demokratische Kontrolle, Rechenschaft und Mitgestaltung. Verantwortung kann jedoch auch in undurchsichtigen Entscheidungsstrukturen verschwinden oder als gesellschaftliche Erwartung die Einzelnen überfordern. Welche Formen der Verantwortungsverteilung stärken das Vertrauen in demokratische Institutionen? Wann fördert Wachsamkeit politische Teilhabe, wann erzeugt sie sozialen Druck?
Herausgegeben von Gabriele Vogt und Paul Johann Kramer, eröffnet der Band mit Beiträgen in deutscher und japanischer Sprache einen grenzüberschreitenden Dialog über verantwortungsvolles Regieren und die Möglichkeiten einer wachsamen Demokratie. Damit richtet er sich an wissenschaftlich Interessierte ebenso wie an eine politisch engagierte Öffentlichkeit.