Meteore

Wolfgang Hilbig

Birgit Dahlke

Wolfgang Hilbig

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Wolfgang Hilbig (1941–2007) ging als einer der wenigen Büchner-Preisträger mit proletarischer Herkunft in die deutsche Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts ein. Als vaterlos aufgewachsenes Kriegskind begann er am Küchentisch eines Hauses zu schreiben, in dem es so gut wie keine Bücher gab. Die Texte des Arbeiterdichters aus dem sächsisch-thüringischen Bergbaustädtchen Meuselwitz wurden in der DDR lange nicht gedruckt, erst über den Umweg des späten Debüts im Westen wurde der Heizer 1979 auch im Osten zum Schriftsteller.


Birgit Dahlke fragt nach den widersprüchlichen Erfahrungen, welche die Gedichte, Erzählungen und Romane Hilbigs grundieren: als Dunkelheit, aber auch als unverhohlene Lust an der Schwärze und Verdüsterung. Wie kam es, dass für Hilbig die inneren Widerstände gegen das Schreiben in dem Maße wuchsen, wie die äußeren schwanden?

Wir saßen, ich meine es unverklärt, auf der Schwelle zwischen dem harten Wahnsinn des Zerfalls, der sich noch immer ›Aufbau des Sozialismus‹ nannte und dem weichen Wahnsinn der absoluten Imagination, und ich sah in Wolfgang Hilbig den Mann, in dem sich beides zu einem Strudel von höchster literarischer Anziehungskraft vereinigte.


Andreas Koziol, 2009

»Birgit Dahlkes Blick auf Leben und Werk ist geschärft und pointiert. […] Ihr Buch ist nicht allein eine Biografie. ›Wolfgang Hilbig‹ muss auch als eine Einführung, als eine Anleitung zum Lesen dieses großen Schriftstellers verstanden werden.«


»Birgit Dahlkes »Wolfgang Hilbig« [ist] als Standardwerk zu lesen.«

Dirk Becker, Potsdamer Neueste Nachrichten, 26.03.12

»Dahlke zeichnet ein Hilbig-Bild ohne Gnade, dessen innerer Lebensschmerz aber zugleich seine Kunst bestimmte und antrieb. Ein Buch wie ein Psychogramm, ein Muss für alle Hilbigleser.«

Frank Willmann, Weltexpress, 27.03.12

»Die Biografie von Birgit Dahlke ist ein verlässlicher Wegweiser durch das Leben und das Werk eines herausragenden Autors. [...] Diese gut lesbare, nur 150 Seiten umfassende Biografie, bietet viel Neues. Sie öffnet den Blick für ein Werk, das die Verwerfungen einer historischen Landschaft zeigt. Deren Umrisse scheinen in Hilbigs Texten so irritierend schön und gleichzeitig verstörend auf.«

Michael Opitz, Deutschlandradio Kultur, Büchermarkt, 31.08.2011

»Dahlkes klar und stilsicher geschriebener Band [setzt] neu an. Alle erreichbaren Spuren in Selbstzeugnissen, Nachlass, Briefen und Unterlagen der Staatssicherheit bis hin zu sächsischen Lokalzeitungen der 60er Jahre werden ausgewertet, Interviews mit Verwandten und Kollegen geführt. Dadurch gelingt es, wenig bekannte Lebensbereiche genauer auszuleuchten […]. Behutsam gleicht Dahlke biographische Zeugnisse mit literarischen Motiven und Figuren ab, ohne ein Schema identifizieren, eine Lesart festschreiben zu wollen. […] Eilfertige Zuschreibungen der Literaturkritik im Zuge der Romanerfolge der 90er Jahre [...] werden auf Distanz gehalten. Nicht zuletzt überzeugt Dahlkes Biographie durch ihre Vertrautheit mit Verhältnissen und Akteuren der halb- und inoffiziellen Literaturszenen in Leipzig und Ostberlin. […] Erzählte und recherchierte Wirklichkeit führt Birgit Dahlke in einem konzentrierten, gut lesbaren Band zusammen; abgerundet wird er durch Forschungsliteratur und eine biographische Zeittafel.«

Andreas Degen, Zeitschrift für Germanistik, 3/2011

»Die Hilbig-Forschung steckt noch in ihren Anfängen. Vier Jahre nach dem Tod des doch wahrlich weder unbedeutenden noch unbekannten Dichters und im Vorfeld seines 70. Geburtstages sind substantielle selbständige Publikationen über ihn nach wie vor selten. So verdient die in diesem Vorfeld erschienene Broschüre von Birgit Dahlke Augenmerk und Zuspruch, zumal sie aus relevanten Quellen, und zwar nicht bloß gedruckten, sondern zum Großteil auch ungedruckten, erarbeitet wurde; auch Bilddokumente (Fotos) sind in die Ausführungen mit einbezogen. Es handelt sich um eine Art essayistischer Einführung in Hilbigs Leben und Werk, die offenbar nicht allein wissenschaftliche Interessenten erreichen möchte.«

Wolfgang Albrecht, IFB, 2011
  • ISBN: 978-3-86525-238-8
  • 12 Abb.
  • 140 Seiten
  • Broschur
  • Am 17.02.2011 erschienen
  • Deutsch
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