Tomáš Hlobil

Geschmacksbildung im Nationalinteresse

Die Anfänge der Prager Universitätsästhetik im mitteleuropäischen Kulturraum 1763–1805

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Das Buch bietet die erste Monographie über die Anfänge der Prager Universitätsästhetik. Es bringt drei Zugänge zur Entfaltung. Es untersucht 1.) die Prager Ästhetik-Vorlesungen von Carl Heinrich Seibt (1735–1806) und August Gottlieb Meißner (1753–1807) als Bestandteil der Geschichte der europäischen Ästhetik im 18. Jahrhundert, insbesondere der deutschen; 2.) die Entstehung des Prager Lehrstuhls für schöne Wissenschaften (Ästhetik) als einer der neuen Katheder an den Universitäten in der österreichischen Monarchie, die im Rahmen der aufklärerischen Reformen des Wiener Hofs errichtet wurden; und 3.) den Stellenwert der Prager Universitätsästhetik in der böhmischen Kulturtradition, die hier möglichst breit zu fassen ist, also nicht nur sprachlich auf das Tschechische begrenzt. Die Ästhetik, aufgefasst als eine Disziplin zur Kultivierung des künstlerischen, vor allem literarischen Geschmacks sowie Mittel zur Beruhigung der seelischen Leidenschaften und folglich Festigung der Moral, wurde im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts in der österreichischen Monarchie zu einem wichtigen Bestandteil der vom Hof realisierten Nationalerziehung. Unter Joseph II. wurde sie sogar Pflichtfach für alle Studenten der philosophischen Fakultäten. Trotz ihrer Nobilitierung blieb der Beitrag der Ästhetik für das Nationalinteresse vor allem aus der Sicht von utilitaristischen Pragmatikern sowie konservativen Kreisen nicht unumstritten.

Tomáš Hlobil, Prof. Dr.,geb. 1965, Professor am Lehrstuhl für Ästhetik der Karlsuniversität in Prag und am Lehrstuhl für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Palacký-Universität in Olomouc. Publikationen u.a.: »Jazyk, poezie a teorie nápodoby. Příspěvek k dějinám britské a německé estetiky 18. století« (2001) (Sprache, Poesie und Nachahmungstheorie. Ein Beitrag zur Geschichte der britischen und deutschen Ästhetik des 18. Jahrhunderts). »František Palacký: An Historical Survey of the Science of Beauty and the Literature on the Subject« (2002) (Hg.) Hg. der Zeitschrift »Estetika. The Central European Journal of Aesthetics«. Forschungsschwerpunkte: Europäische Ästhetik des 18. Jahrhunderts, Antikerezeption seit dem 17. Jahrhundert, Geschichte der Ästhetik in Böhmen im 18. und 19. Jahrhundert, Theorie und Geschichte der Historiographie der Ästhetik.

»eine gewichtige Studie«



»Die Bedeutung beider Vertreter der Prager Universität [Carl Heinrich Seibt und August Gottlieb Meißner] für das intellektuelle Leben in Böhmen wird in der vorliegenden Monografie eindrucksvoll unter Beweis gestellt, womit ein wichtiges Fundament für das Verständnis geistesgeschichtlicher Entwicklungen am Ende der Aufklärung in den böhmischen Ländern gelegt ist.«

Steffen Höhne, Bohemia, Jg.53/2013

»Hlobil has provided us with an important work of scholarship which greatly enriches the history of aesthetics, a history that all too often refuses to apply its sensitivity for art to its own academic texts and their contexts. It is to be hoped that this study serves as an example for future research in the history of aesthetics as well as in the general history of education and thought.«

Sandra Richter, Estetika, The Central European Journal of Aesthetics, L/VI, 2013, No.2

»Hlobil [stößt] in ein unerschlossenes und fragmentarisches Forschungsfeld vor, das er durch strukturierte Organisation des Materials und Vorschläge zur Identifikation anonymer Briefe anschaulich aufbereitet. Mit seiner Monographie leistet er damit nicht nur einen empirischen Beitrag zur Rolle der Ästhetik im Universitätsbetrieb in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, sondern zeigt auch ihre machtpolitischen Implikationen auf. Hlobil arbeitet außerdem ein wichtiges Desiderat der Meißner-Forschung auf, die sich bislang nahezu ausschließlich mit seinem literarischen Werk befasste, dessen – seinerzeit kaum zu überbietende – Popularität sich allerdings nicht weit über seinen Tod hinaus erhalten konnte.«

Sarah Seidel, Zeitschrift für Germanistik, XXIII – 2/2013

Tomáš Hlobil

Tomáš Hlobil, Prof. Dr., geb. 1965, Professor am Lehrstuhl für Ästhetik der Karls-Universität in Prag. Publikationen u.a.: »Jazyk, poezie a teorie nápodoby. Příspěvek k dějinám britské a německé estetiky 18. století« (2001) (Sprache, Poesie und Nachahmungstheorie. Ein Beitrag zur Geschichte der britischen und deutschen Ästhetik des 18. Jahrhunderts). »František Palacký: An Historical Survey of the Science of Beauty and the Literature on the Subject« (2002) (Hg.). »Geschmacksbildung im Nationalinteresse. Die Anfänge der Prager Universitätsästhetik im mitteleuropäischen Kulturraum 1763 – 1805« (2012). Forschungsschwerpunkte: Europäische Ästhetik des 18. Jahrhunderts, Geschichte der Ästhetik in böhmischen Ländern und in Österreich im 18. und 19. Jahrhundert, Theorie und Geschichte der Historiographie der Ästhetik, Antikerezeption seit dem 17. Jahrhundert.

  • ISBN: 978-3-86525-247-0
  • 462 Seiten
  • Broschur
  • Am 12.06.2012 erschienen
  • Deutsch
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