Dialoge über die Optik Newtons

Francesco Algarotti
Hrsg. von Hans W. Schumacher
Übersetzer: Hans W. Schumacher

Dialoge über die Optik Newtons

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Francesco Algarottis (1712–1764) Buch Dialoge über die Optik Newtons zählte zu den verbreitetsten Schriften des 18. Jahrhunderts; heute würde man es einen Bestseller nennen. Es erschien in fünf europäischen Sprachen. Seine erste Fassung, das Werk eines jungen Physikers, der wie seine akademischen Lehrer Francesco Maria Zanotti und Eustachio Manfredi auch Gedichte schrieb, trug den Titel Il Newtonianismo per le dame ovvero dialogo sopra la luce e i colori. (Der Newtonianismus für die Damen oder Dialog über das Licht und die Farben). Neapel 1737. Der Zusatz »für die Damen« weist es als Exemplar einer besonderen Gattung aus, die man in Deutschland herablassend »Sachbuch« nennt. Der vorliegende, neu übersetzte Band der Reihe (Dialoge über die Optik Newtons, das Buch ist 1745 in Braunschweig als Übersetzung aus dem Französischen auf deutsch erschienen) stellt sein erstes und zugleich berühmtestes Werk vor, das ihm zu seiner Zeit rasch zu Weltruf verhalf und dreiundzwanzig Auflagen in fünf europäischen Sprachen erreichte. Das Werk ist noch heute von besonderem wissenschaftsgeschichtlichem Interesse wegen des Streites um Newton und seine Licht- und Farbentheorie, die bekanntlich noch von Goethe bekämpft wurde, – das Nachwort geht deswegen ausführlich auf Goethes Verurteilung de Schrift Algarottis ein – aber auch wegen der Neubewertung der Rolle von Descartes im Methodenstreit der Naturwissenschaften, zugleich ist es kultur- und literaturhistorisch wichtig als eines der ersten Sachbücher der »Populärwissenschaft«, die damals zusammen mit der modernen Experimentalphysik das Licht der Welt erblickte. Es ist von besonderem Reiz zu sehen, wie ein Zeitgenosse, der dazu selbst Naturwissenschaftler war, die damals modernsten Forschungen über die Anziehungskraft, das Planetensystem, die Kometen, die Abplattung der Erde an den Polen und die Licht- und Farbentheorie im Streit der Meinungen referiert, indem er sich darüber mit einer Marchesa am Ufer des Gardasees unterhält. Algarottis tiefere Absicht war aber, daß sein Land wieder Anschluß an eine Entwicklung erhielt, die durch Galilei angestoßen worden war. In Italien wurde sie durch den kirchlichen Widerstand aufgehalten, während sie, vor allem in Westeuropa fortgesetzt, in Newton einen Höhepunkt erreichte, der vergessen ließ, daß das neue empiristisch geprägte Bild der Welt seine Grundlage durch den italienischen Forscher erhalten hatte.

Francesco Algarotti

Der Schriftsteller Francesco Algarotti (Venedig 1712 – Pisa 1764) war in der Mitte des 18. Jahrhunderts berühmt in Europa und Deutschland, war er doch ein Freund Friedrichs des Großen, sein Kammerherr und Berater in künstlerischen Dingen, von ihm in den Grafenstand erhoben, Konvive der Tafelrunde von Sanssouci, Mitglied der Berliner Akademie, der Royal Society von London und anderer gelehrter Institutionen. Er war überdies mit Voltaire, Maupertuis, Emilie de Châtelet, d’Argens, mit Lord Hervey, der Dichterin Mary Montagu und dem russischen Autor Antioch Kantemir befreundet. Im 19. Jahrhundert war es mit seinem Ruhm vorbei. Sein Werk und sein Name wurden vergessen, sowohl in Deutschland als auch in seinem Heimatland.

  • ISBN: 978-3-86525-282-1
  • Übersetzt und kommentiert von Hans W. Schumacher
  • 248 Seiten
  • Broschur
  • Am 10.09.2012 erschienen
  • Deutsch
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